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Die Frauengemeinschaft Gilzem lädt ein:

Hier bin ich Hund, hier darf ich’s sein!

Kategorie: Detlef Fey Veröffentlicht: Freitag, 19. Oktober 2018
Kurzgeschichte von Detlef Fey aus Gilzem

Hallo, Ihr da draußen an den Frühstückstischen. Hier wieder eine neue, bedeutungsschwangere Kurznachricht von Eurem Riesenschnauzer „Strolchi“, damit Ihr auch alle an meinem Leben teilnehmen könnt.

Ich bin gerade auf dem Weg zum Hundefreizeitpark „Leinen los“. Wie, den kennt Ihr noch nicht? Ja, die Idee dazu hatte unsere Bürgermeisterin von einer Dienstreise in die USA mitgebracht. Der Park ist aber auch echt cool.

Was war das doch früher eine Plagerei: Runde um Runde wurde ums Dorf gedreht. Immer dieselben, langweiligen Wiesen. Und alles was am Wegesrand lag (Steine, Äste usw.), flog einem um die Ohren, damit man es zurückbrachte (Sinn?).

Und dann diese ellenlangen Gespräche, wenn mein Frauchen ihresgleichen begegnete. Da kippte man ja im Stehen vor Müdigkeit um. Nein, was hatte ich die Schnauze gestrichen voll!

Aber heute, dank unserer neuen Hundevergnügungsanlage, sieht die Sache schon viel besser aus:
Da gibt es Spaßrutschen mit Steilkurven und allem Zipp und Zapp, Schaukeln in allen Variationen, einen Schwimmteich, menschengroße Strohpuppen, die man nach Herzenslust zwicken kann, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen und der Clou: Eine umfunktionierte Tennisballwurfmaschine, die mit Leckerlis gefüllte Plastikstöckchen durch die Gegend ballert.
Da ist was los auf dem Platz! Wenn man früher oft nicht wusste, wo man seine Geschäfte auf der Wiese verrichten soll, weil die Hinterlassenschaften unverschämter Weise nur dreimal im Jahr per Traktor und rotierenden Werkzeugen zerkleinert und verteilt wurden, so kann man nun die Angelegenheit in einem Riesensandkasten erledigen. Dieser wird dann – aus Hygienegründen – zweimal pro Woche von den Gemeindedienern mit schwerem Atemschutzgerät ausgehoben und neu aufgefüllt.

Ja, und wenn es dunkel wird, ist noch lange nicht Feierabend, denn es wird unter Flutlicht weitergespielt. Wenn ich da zurückdenke, wie ich in vergangenen Zeiten als kitschiger Weihnachtsbaum zur falschen Jahreszeit mit blinkendem Rotlicht um den Hals rumgelaufen bin, während mein Frauchen mittels Dynamotaschenlampe auf dem Energiespartrip unterwegs war.

So liebe Freunde, jetzt bin ich an meinem Ziel angekommen. Ich muss nur noch die Durchgangsschleuse passieren, um als einheimischer Hund identifiziert zu werden. Denn Eisenacher Artgenossen müssen Eintrittsgeld berappen plus Kaution!
Zum Abschluss dieser etwas zu lang geratenen Kurznachricht, kann ich nur sagen: Beim nächsten Zukunftscheck Hund (landläufig auch „Check de Bello“ genannt) hat mein Dorf ganz klar die Nase vorn!
Auf bald, Euer Strolchi.

Detlef´s Gedichte & Geschichten

Detlef Fey trägt eines seiner Gedichte vor.


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